Drei Musketiere auf ObdachsucheMain Echo - Februar 2014

Main-Musical Kleinheubach: Fechttraining für die neue Mantel-und-Degen-Produktion bald in ehemaliger Sparkasse

Kleinheubach Mehrere Monate hat der Verein Main-Musical Kleinheubach vergeblich nach einem Proberaum gesucht. Die Zeit drängt, denn bis zur Premiere der aktuellen Produktion »Drei Musketiere« im Juli müssen Fechtszenen, Tanzeinlagen und bis zu 30 Lieder einstudiert werden. Dazu brauchen Ensemble und Orchester jede Menge Platz. Zwar konnten bislang jeweils sonntags mehrere Räume der Grund- und Mittelschule inklusive Turnhalle genutzt werden, doch musste anschließend alles wieder in den vorgefunden Zustand zurückgeräumt werden und die Instrumente konnten nicht einfach stehenbleiben. Mit der ehemaligen Sparkassenfiliale hat die Gemeinde nun eine vorläufige Lösung des Problems angeboten. Die Lage ist ideal, direkt neben dem Hofgartensaal, in dem die Aufführungen stattfinden. Die genauen Konditionen für die Nutzung sind allerdings noch nicht geklärt.


En garde – Touché: Fechtkönner Georg Rudolf zeigt den Akteuren des Vereins Main-Musical Kleinheubach, wie sie sich bei den Degenduellen in ihrer neue Produktion »Drei Musketiere« bühnenwirksam in Szene setzen können.

Verlorene Sonntage

»Momentan sind wir extrem handlungseingeschränkt «, beschreibt Christopher Abb die Situation vor dem Bezug der angebotenen Räumlichkeiten in der Hauptstraße. Der künstlerische Leiter versucht in drei Räumen der Grund- und Mittelschule sowie in der Turmhalle insgesamt fünf Kurse zur Vorbereitung auf die anstehende Musicalproduktion am Laufen zu halten.

»Jeder Sonntag ohne richtigen Proberaum, in dem wir unsere Sachen dauerhaft einrichten können, ist ein verlorener Tag«, so Abb. Mit einem Teil des Orchesters könnten lediglich einzelne Satzproben gemacht werden. »Eine Tanzgruppe mussten wir bereits in die Sporthalle auslagern«, sagt er. Selbstverständlich ist der Verein sehr dankbar dafür, die Schul- und Hallenräume sonntags in Beschlag nehmen zu können, aber es sei eben keine Dauerlösung. Dabei gibt es in Kleinheubach einige geeignete, leerstehende Räume und es ging den Musicalmachern auch nie darum, sich dauerhaft irgendwo einzunisten.

»Wir können von einem Tag auf den nächsten wieder draußen sein«, sagt Vorsitzender Berhard Obier. An die Gemeinde hatte er mehrfach ohne Erfolg appelliert. Auch an vielen anderen Lösungen wie dem ehemaligen Schleckermarkt im Altort, dem Ex-Keramik- Basar von Firma Scheurich oder dem alten Dakauf war man dran, doch entweder scheiterte es an nicht zahlbaren Mieten, dem Verweis auf die Interessen anderer Vereine oder an nicht nachvollziehbaren Verzögerungen.

 

Geprüfte Statik

Die im Erdgeschoss der ehemaligen Sparkasse eingelagerten Unterlagen der Registratur wurden nach einer statischen Prüfung inzwischen in die Wohnung im Obergeschoss umgeräumt. »Miete und Nebenkosten sind in einer Höhe zu zahlen, wie durch andere Vereine mit vergleichbaren Räumen auch, wobei die Höhe der Miete eigentlich eher als symbolisch einzuordnen ist«, äußert sich Bürgermeister Stefan Danninger. Der Einzug könne zunächst zeitlich unbefristet erfolgen, sagte er, bis über die weitere Verwendung des Gebäudes entschieden werde. »Aus heutiger Sicht ist nicht zu erwarten, dass der Gemeinderat die Nutzung durch den MainMusical-Verein beendet.« Es sei eine große Erleichterung, einen abschließbaren Raum zu haben, wo die Orchesterinstrumente stehenbleiben könnten, so Monique Pfeiffer vom Vereinsvorstand. »Wir warten sehnsüchtig auf die Schlüsselübergabe. « Neben dem Erdgeschoss können auch Teile des ersten Stocks mitgenutzt werden.

Marc Heinz


Zur Person: Bühnenfechtlehrer Georg Rudolf

Trotz des Provisoriums in der Schulturnhalle wird im Verein Main-Musical Kleinheubach seit vier Wochen fleißig gefochten, denn darauf kommt es im Mantelund- Degen-Musical nach dem Roman von Alexandre Dumas an. Georg Rudolf, hauptberuflich Ingenieur aus Bürgstadt, leitet die Grundausbildung und kam eher zufällig zur seiner ehrenamtlichen Mitarbeit. »Meine Frau arbeitet in der Buchhandlung Casa Rossa in Miltenberg und hörte davon, dass ein Fechtlehrer gesucht wird.« Rudolf hatte in seiner Jugend am Olympiastützpunkt in Tauberbischofsheim trainiert und zeigt den Jugendlichen nun, wie man den Degen führt, Angriffe pariert und wie das Ganze auf der Bühne möglichst zuschauerwirksam aussieht. »Es geht beim Bühnenfechten nicht um Körpertreffer, sondern eigentlich genau um das Gegenteil«, analysiert Georg Rudolf. Man müsse große Bewegungen machen, die man auch aus weiter Entfernung sehen kann. Das Material ließ sich der Verein einiges kosten. Allein die 20 Degen kosteten mehr als 2000 Euro.

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